zur Startseite       update 01.03.2021   Beruflicher Lebenslauf

CV Musikalischer Lebenslauf    -  (english)

   

                                               
    

       Klarinettist Siegfried Zabransky:

     Aufnahme im Sept. 2002, Siegfried Zabransky
     im Römermuseum Homburg/Schwarzenbach.

     Feier anläßlich meiner Verabschiedung von der
     Kinderklinik der Universitätskliniken des Saarlandes.

     Zusammenspiel mit dem bekannten Klarinettisten H. Eisel (Saarbrücken)

Ich wurde am 15.September 1937 als viertes Kind meiner Eltern Erna, geb.Böhm, und Leo Zabransky, in Schwandorf/ Oberpfalz geboren. Aufgewachsen bin ich in Fürth/ Bayern, wo ich nach der Grundschule das humanistische Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur 1958 studierte ich in Erlangen und Innsbruck Humanmedizin. Med. Staatsexamen 1964. Dissertation 1965, Habilitation an der FU-Berlin 1976, Professur 1979. Seit 1979 lebe ich im Saarland. An der Universitäts-Kinderklinik in Homburg/Saar leitete ich in der Zeit von 1979-2003 die Abt. für Kinderendokrinologie und Diabetologie, sowie das Neugeborenen-Screeninglabor. Zudem war ich für die Vergiftungszentrale des Saarlandes verantwortlich.

 Mein Vater war Musiklehrer. Er spielte Geige, Klavier, Harmonika, und Saxophon. Er hatte im Raum Fürth/Nürnberg eine sehr große Schülerzahl. Mit seinem Schülerorchester, das aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bestand, gab er regelmäßig Konzerte, die sich großer Beliebtheit erfreuten.
Seine Mutter, wir nannten sie Babitschka (sie kam, wie auch mein Großvater väterlicherseits, aus der Prager Gegend), war bis ins hohe Alter hinein eine virtuose Mandolinenspielerin. Der Bruder meines Vaters, Onkel Willi, spielte sehr gut Violine, wie auch sein Bruder So lag es nahe, dass meine 3 Geschwister und ich (Leo *1930, Erna *1933, Elmar *1935, Siegfried *1937) auch Musikunterricht bekamen. Wir wurden im Violinspiel unterrichtet. Wirklich begabt war aber nur mein Bruder Leo, der später auch Musiker werden wollte. Leider kam er 1945 bei einem Luftangriff ums Leben.

Ich brachte es bis ins Schülerorchester am Gymnasium in Fürth/ Bayern. Als ich soweit gewesen wäre, auch die höheren Lagen zu greifen, reichte leider mein Verständnis und technisches Vermögen nicht aus. Schluss war es mit dem Violinspielen. Schon als Schüler am humanistischen Gymnasium Fürth/Bayern ging ich sooft es nur möglich war ins Stadttheater Fürth und ins Nürnberger Opernhaus. Opern, Konzerte und auch Operetten (Musicals gab es damals noch nicht) begeisterten mich. Ich kannte alle Texte und Melodien der gängigen Operettenstücke.

 Eines der schönsten musikalischen Erlebnisse war für mich, Benjamino Gigli (20.3.1890-30.11.1957) in Nürnberg hören und sehen zu dürfen. Auch von Rudolf Schock (4.9.1915-13.11.1986) und Erika Köth (15.9.1905 – 20.2.1989) war ich begeistert. In Berlin hörte ich gebannt den Klarinetten-Zauberklängen von Benny Goodman (1909-1986) zu. Glenn Miller (1905–1944) konnte ich nicht erleben. Seine Musik stimulierte mich aber nicht nur als Jugendlicher. Auch heute noch gehe ich gerne in Konzerte des Glenn Miller Orchesters. Swing ist für mich Lebensfreude. Bei regelmäßigen Opern- und Konzert-besuchen erlebe ich die sog. Klassische Musik der Opern von Wagner, Verdi, Puccini, Gounod ( u.v.a.),   sowie der Symphonien Beethovens (u.a.) mit gleicher Freude.

Mein sehnlichster Wunsch war es, Tenor zu werden. Mein damaliger Musiklehrer meinte, es lohne sich, meine Stimme auszubilden, und gab mir Einzelunterricht. Leider reichte es aber doch nicht. Zwar trällerte ich weiterhin meine Lieder, aber nicht für ein Publikum. Mitte der sechziger Jahre hatte ich dann den Wunsch, Klarinette zu lernen. Ich bekam bei einem Privatlehrer Unterricht, spielte jetzt nicht mehr mit der Violine, sondern mit der Klarinette im Schülerorchester des Gymnasiums mit, sowie in einer Schülerband. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Kompositionen. Die meisten Aufzeichnungen aus dieser Zeit gingen leider verloren. Nach vielen Jahren musikalischer Passivität griff ich erst im „hohen Alter“ (> 65 Jahre) wieder zur Klarinette und schrieb nieder, was mir musikalisch so gerade einfiel.  Die Grammatik mag nicht immer stimmen. Ich schreibe es in naiver Art nieder. Vieles ist auch nichts Besonderes, Manches nur skizzenhaft. Einige Stücke finde ich aber doch ganz gut.

Der Vertonung von Rilkes Gedichten (im Zeitraum Juni 2015 – Oktober 2015) ging eine lange Zeit von über einem Jahr voraus, in der ich mich mit der Biographie Rilkes und einigen seiner Werke intensiv befasste. Aus Ablehnung entstand Interesse und dann schließlich Akzeptanz vieler seiner Gedichte, deren Lektüre mir zunächst schwer fiel. Bei anderen Dichtern fand ich wesentlich leichteren, ja, spontanen Zugang. Aber auch hier entstanden die Melodien meist erst bei der intensiven Auseinandersetzung mit den Inhalten der Gedichte. Es sind aber auch welche darunter, bei denen mir schon beim Lesen die Melodie im Ohr erklang.

Sprache wird Musik. Das Gedicht ist Klang und wird musikalischer Klang. Gedicht und Komposition ist Ausdruck inneren Empfindens, an dem Dichter und Komponist den Leser und Hörer teilhaben lassen.“ [Zitat: Ute Büchter-Römer, Vorwort zum Jahrbuch für das neue Gedicht, Gedicht und Gesellschaft 2017; Brentano Gesellschaft, Frankfurt/M.]. Auf Seite 441 dieses Bandes ist mein erstes Gedicht abgedruckt. Der Prozess des Entstehens, vom Einfall bis zur Niederschrift, ist es, was am meisten reizt und oft ein wunderbares Gefühl vermittelt. In mir klingt alles ja viel schöner.

Inzwischen habe ich mehr als 800 Stücke zu Papier gebracht. Fast alle meine Lieder und Walzer liegen inzwischen im MP3-Dateiformat vor und sind auf CD´s festgehalten.

Mein Youtube-Kanal: sigpervin und siegfried zabransky. Beim Arrangieren hilft mir dabei das PC-Musikprogramm Ludwig3. Leider sind Aufnahme-technik und Instrumentierung oft nicht so, wie ich das eigentlich möchte. Viele Videoclips mit schönen Blumen und Urlaubsbildern sind zumindest schön anzusehen.

 

Siegfried Zabransky                    Im März 2020