index
Der Mensch-Körper und Seele
7.1.5 Seele bei den Aborigenes
Die
australischen Aborigines glauben an eine Form der Seele oder spirituellen
Essenz, auch wenn ihr Konzept von westlichen Vorstel-lungen abweicht.
Die
Kernpunkte ihres Seelenglaubens sind:
-
Funke der Traumzeit:
Die unsterbliche Seele oder der Geist wird oft als ein „Funke“ verstanden,
der von den schöpferischen Ahnenwesen aus der Traumzeit stammt.
-
Rückkehr zum Ursprung:
Nach dem Tod kehrt dieser Geist bzw. diese spirituelle Essenz in die
Traumzeit, zu den jeweiligen Ahnen oder an ihren angestammten Platz in der
Natur zurück. Manche Traditionen gehen auch davon aus, dass die Seele in
eine Himmelswelt aufsteigt oder über einen bestimmten „Absprung-platz“
weiterzieht.
-
Verbindung im Schlaf:
Es wird geglaubt, dass die Seele den Körper während des Schlafens oder
Träumens zeitweilig verlassen kann.
-
Teil der Natur:
Nicht nur Menschen, sondern alles in der Natur (Tiere, Pflanzen, Flüsse,
Berge) besitzt eine solche spirituelle Es-senz, da das gesamte Land ein
Ausdruck der Schöpfungskraft ist.
Quellen
Die Seele bei den native americans
Die
indigenen Völkern Nord- und Südamerikas (oft als Native Americans
bezeichnet) haben tiefgehende spirituelle Vorstellungen von einer Seele. Es gibt
zwar nicht den einen einheitlichen Glauben aller hunderter verschiedener
Stämme, aber die Weltanschauung ist in weiten Teilen animistisch geprägt.
Das
bedeutet im Kern:
-
Alles ist beseelt:
Nicht nur Menschen besitzen eine Seele oder einen Geist, sondern auch Tiere,
Pflanzen, Steine, Berge, Flüsse und sogar Wettererscheinungen wie Wind oder
Gewitter.
-
Mehrere Seelenkonzepte:
Viele Stämme (wie zum Beispiel die Lakota) unterscheiden verschiedene Arten
von Seelen. So gab es oft die Trennung zwischen einer Lebensseele
(die den Körper und die Organe steuert) und einer Frei- oder Traumseele
(die sich im Traum oder nach dem Tod vom Körper lösen und auf den
Geister-pfad oder in das Reich der Ahnen reisen kann).
-
Respekt und Harmonie:
Da alles eine Seele oder einen Geist hat, begegnen die Angehörigen vieler
Stämme der Natur mit Ehrfurcht, Dankbarkeit und spirituellem Respekt (zum
Beispiel beim Jagen oder Sammeln).
-
Der Große Geist:
Viele Kulturen glauben an eine übergeordnete, beseelende kosmische Kraft –
oft als „Großer Geist“, Manitu (bei den Algonkin) oder Wakan Tanka (bei den
Lakota) bezeichnet, in dessen Kreislauf alles Leben eingebettet ist.
Quelle: