index Der Mensch-Körper und Seele
8.2 Judentum
Im
Judentum gibt es keine starre, dogmatisch festgelegte Ein-heitslehre über das
Jenseits, da der Schwerpunkt des Glaubens auf dem Leben im Diesseits (Olam
Ha-Seh) und der Erfüllung der Gebo-te (Mizwot) liegt. Dennoch
existieren zentrale und historisch gewachsene Traditionen darüber, was nach dem
Tod geschieht:
·
Trennung von Körper und Seele: Der Tod wird als das Ende der körperlichen
Existenz verstanden. Der Körper kehrt zur Erde zurück, während die
unsterbliche Seele zu Gott zurückkehrt.
·
Das
Gericht und die Reinigung
(Gehinom): Nach dem Tod steht die Seele vor dem göttlichen Gericht. Für
Seelen, die gereinigt werden müssen, gibt es eine Art Zwischenzustand oder Ort
der Läuterung (Gehinom), der traditionell auf maximal zwölf Monate
begrenzt ist. Danach folgt der Anteil an der jenseitigen Welt (Gan Eden /
Paradies).
·
Die
kommende Welt (Olam Ha-Ba) und die Auferstehung: Ein wichtiger
Eckpfeiler des traditionellen Glaubens ist die künftige Auferstehung der Toten (Techijat
Ha-Metim) mit dem Kommen des Messias. In dieser „kommenden Welt“ (Olam
Ha-Ba) wird die Seele wieder mit dem Körper vereint.
·
Verbindung durch Taten: Auch nach dem Tod reißt die Verbindung zu den
Verstorbenen nicht ab. Gute Taten, Gebete und das Sprechen des Kaddisch-Gebets
durch die Hinterbliebenen werden als Unterstützung für die Seele im Jenseits
verstanden.
Quellen:
Ausführlichere Einordnungen dazu finden Sie unter
Religionen Entdecken
oder in den Hintergrundbeiträgen der
Jüdischen Allgemeinen.
https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/t/tod-im-judentum
https://www.planet-wissen.de/kultur/religion/judentum/pwieumgangmittodundtrauer100.html